Berliner Mauer – Wo die Vergangenheit noch zu sehen ist

Berliner Mauer Die Mauer ist heute ein historisches Stück Geschichte, welches Leid und Wiedervereinigung symbolisiert

28 Jahre lang galt die Mauer in Berlin als Symbol für ein geteiltes Deutschland. In Zeiten des Kalten Krieges errichtete die DDR-Führung das kontroverse Bauwerk als „Schutzwall“ gegen den Westen. So bestimmte die innerdeutsche Grenze seit 1962 nicht nur das Landschaftsbild auf 1.400 Kilometern, sondern vor allem das Schicksal von Millionen Menschen. Mit dem politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch der DDR wurde die Teilung Deutschlands 1989 aufgehoben. Seitdem sind die ehemals getrennten Stadtviertel Berlins wieder zusammengewachsen. Was vom „Bollwerk gegen den Kapitalismus“ übrig blieb, können Sie heute als Besucher entlang von 1.300 Metern authentischem Mauerrest erleben. Rund um den einstigen Verlauf der Sperranlagen erwarten Sie zu dem interessante Sehenswürdigkeiten, in denen die Vergangenheit der Hauptstadt ersichtlich ist.

Sich auf Zeitreise begeben

Mittlerweile ist die Mauer aus dem Alltag Berlins nahezu verschwunden. 160 Kilometer massiver Sperranlagen mit diversen Grenzübergängen, Bunkern und Beobachtungstürmen umschlossen früher den Westteil der Hauptstadt. Heute bemerken Besucher kaum, wann Ost beginnt und wo West endet. Seit dem Rückbau der Grenze führt ein Band aus doppelt gesetzten Pflastersteinen durch die Metropole. Wo sich einst die innerstädtische Sperrzone befand, sind in diesen Tagen Radfahrer und Fußgänger auf dem Mauerweg unterwegs.

Zwischen Ostbahnhof und Osterbaumbrücke steht noch ein Stück der alten Mauer als East Side Gallery. An der Gestaltung der 1.300 Meter langen Mauerstrecke waren 118 Künstler aus 21 Ländern beteiligt. Berühmt ist vor allem das Bildnis „Bruderkuss“ von Dimitri Vrubel. Die dauerhafte Open Air-Ausstellung an der Mühlenstraße gilt als erstes gesamtdeutsches Kunstprojekt. Es wurde 1991 unter Denkmalschutz gestellt. Geplant war zunächst eine Versteigerung der Objekte, doch das Vorhaben musste aufgegeben werden. In unmittelbarer Nähe zur East Side Gallery befindet sich ein Park mit Uferpromenade und Spreeblick, der auf dem ehemaligen Todesstreifen der Grenzbefestigung entstand.

Forscher gehen davon aus, dass seit Bestehen der Berliner Mauer mindestens 140 Menschen getötet wurden, die meisten von ihnen beim Fluchtversuch aus der DDR. Den Toten zu Ehren wurde an der Bernauer Straße eine Gedenkstätte errichtet. Hier verlief einst die Grenze direkt entlang der Häuserfront. Dadurch waren Familien, Nachbarn oder Freunde in ein und derselben Straße plötzlich voneinander getrennt. Bevor die Gebäude abgerissen wurden, kam es zur zwangsweisen Umsiedlung der Bewohner. Auch die Versöhnungskirche musste dem Mauerbau weichen. Mancher Ostberliner nutzte die Errichtung der Grenze entweder spontan zur Flucht oder versuchte in den Jahren danach über geheime Tunnel in den Westteil der Stadt zu gelangen. Die sehenswerte Gedenkstätte auf dem ehemaligen Grenzstreifen besteht seit 1998. Auf 1.400 Metern Länge erinnert die Anlage mit Versöhnungskapelle, Besucher- und Dokumentationszentrum an die Vergangenheit Berlins. Das Denkmal ist als Startpunkt zur Tour auf dem Mauerweg ideal.

Berühmt war die Glienicker Brücke, auf der die USA und die Sowjetunion ihre Agenten austauschten. Daneben galt der Checkpoint Charlie als bekanntester Grenzübergang im geteilten Berlin. Einst von den Amerikanern kontrolliert, wissen heutige Besucher kaum, dass es sich bei der Sehenswürdigkeit in der Friedrichstraße um einen Nachbau handelt. Das unweit gelegene Mauermuseum gehört zu den meistbesuchten Ausstellungen der Hauptstadt. Es zeigt kuriose Fluchtrequisiten, gefälschte Reisedokumente und originale Mauerstücke. Von 1962 bis 1990 befand sich an der Friedrichstraße eine Abfertigungshalle für DDR-Ausreisende nach Westberlin. Im Volksmund hieß der Pavillon „Tränenpalast“. Denn hier nahmen viele Menschen schmerzlich Abschied oder erlebten schikanöse Grenzkontrollen.

Am Brandenburger Tor in Westberlin gab es eine Aussichtsplattform. Vor dieser Kulisse forderte der amerikanische Präsident Ronald Reagan 1987 den russischen Präsidenten Michail Gorbatschow auf, die Mauer einzureißen. Beim überraschenden Mauerfall am 9. November 1989 soll sich der Grenzübergang Bornholmer Straße zuerst geöffnet haben. Unterhalb der Bösebrücke erleben Sie heute einen Abschnitt des Mauerweges, der mit Japanischen Zierkirschen bepflanzt wurde. Das Besondere an diesem Geschenk ist, dass die Bäume im Frühjahr und November blühen.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*